Das Kreuz des Südens ist allgemein bekannt, zeigt es doch die Nähe des Südpols an. Es gibt
aber auch eine Sternkonstellation, die man Kreuz des Nordens nennen könnte, der korrekte
Sternbildname ist jedoch CYGNUS, auch unter dem Namen Schwan bekannt.
Der Schwanz des Schwans ist mit dem hellsten Stern des Sternbildes - Alpha Cygni - besser
bekannt unter dem Namen DENEB, markiert. Sein Abstand von der Sonne ist ca.2000 Lj. Er
ist als Super-Riese klassifiziert und 80 000 mal heller als die Sonne. Würde er an der Stelle
des hellsten Sterns am Himmel, dem Sirius, stehen würden wir ihn auf der Erde mit der
Helligkeit des Halbmondes wahrnehmen. Stünde er nachts über dem Horizont, gäbe es keine
dunklen Nächte mehr auf der Erde.
Cygnus ist ein interessantes Sternbild für einen schönen Sommerabend. Bei klarem,dunklen
Himmel kann man mit dem Fernglas , unmittelbar neben Deneb den sog. Nordamerikanebel
(so genannt wegen seiner Form) als milchigen Fleck sehen. Im Teleskop kann man dann die
Form erkennen, die sich über 3 Vollmondbreiten erstreckt.
Am Kopf des Schwans,bzw. am Fuss des Kreuzes, steht ALBIREO (Beta Cygni ), der schönste
Doppelstern des Himmels. Am Teleskop kann man seine wahre Schönheit bewundern, im
Fernglas kann man das Paar auch erkennen. Wega , Deneb und Atair im Sternbild Aquila (Adler) sind
drei deutliche Punkte am sommerlichen Sternenhimmel, daher nennt man die
Kombination auch das Sommerdreieck.
Am 1. Juli geht die Sonne kurz nach 21h36m MESZ unter, kurz danach um 22h, also in der
Dämmerung, stehen Mars und Jupiter noch 2° über dem Nordwest - Horizont. Sie sind damit
unsichtbar. Venus verbleibt also als einziger sichtbarer Planet noch am Abendhimmel,
allerdings auch nur bis 23h MESZ. Dann steht sie noch 5° über den NW-Horizont, und
entzieht sich allmählich den Blicken des Beobachters.
Am 13 Juli gegen 22h30m,kann man tief am NW-Horizont die Venus bei der zunehmenden
Mondsichel entdecken.
Am 1. August steht dann die Venus bereits um 22h an der derselben Stelle wie am 1. Juli.
Am 5. August um 4h MESZ steht die Sichel des abnehmenden Mondes bei Saturn am
morgentlichen Osthimmel, in der Nähe von Aldebaran, dem hellsten Stern des Sternbildes
Stier.
Am 1. September ist Venus dann um 21h nur noch 2° über dem Westhorizont, also
unbeobachtbar. Erst nach Mitternacht, so um 0h30m, erscheint dann Jupiter in Begleitung des
zu 30% beleuchteten Mondes am NO-Horizont.
Am 2. September taucht jetzt auch am morgendlichen Osthimmel Jupiter auf. Saturn und
die Mondsichel stehen um 4h MESZ wieder beieinander.
Am 26. September erreicht die Venus ihre größte Helligkeit (-4,6m).
Am Ende des Monats geht Jupiter dann am frühen Morgen gegen 1h auf.
...kann man vom 5. Juli bis 10 August nur wenige am Himmel sehen. Nach der Statistik
sind es so etwa 12 Ereignisse pro Stunde beim Maximum am 30. Juli. Um sie zu sehen muss
man in Richtung Südost in Horizontnähe schauen.
Vom 10. bis 14. August findet das Maximum der sogenannten Perseiden statt, und macht
den August zum aktivsten Sternschnuppenmonat des Jahres, bis zu 90 Ereignisse pro Stunde,
darunter auch sehr helle Objekte, können beobachtet werden. Die beste Beobachtungszeit
liegt zwischen abends 10h bis morgens 4h, also eine schöne Bereicherung für eine laue
Sommernacht.
Im Juli: Mittwoch, den 24. um 11h08m MESZ
Im August: am Donnerstag, den 22. um 0h29m MESZ
Im September: am Samstag, den 21. um 15h59m MESZ
| Datum | Sonnenaufgang MESZ | Sonnenuntergang MESZ | Mittagshöhe der Sonne | Dämmerung
Ende MESZ |
|---|---|---|---|---|
| 1. Juli | 5h15m | 21h32m | 63,1 ° | 23h21m |
| 1. August | 5h49m | 21h03m | 58 ° | 22h32m |
| 1. September | 6h34m | 20h05m | 48,3 ° | 21h19m |
Am 23. September um 6h55m befindet sich die Sonne im Herbstpunkt. Tag und Nacht sind
jetzt gleich lang.
Alle Daten für 50°N , 10°O, Zeiten, wenn nicht anders angegeben, in MESZ.
Daten aus Kosmos Himmelsjahr 2002 von H.U. Keller.
Willy Mahl 06/2002