Das letzte Quartal des Jahres bringt uns wieder die längeren Nächte, die bei den
Sternguckern so beliebt sind. Die Tageslänge reduziert sich vom 1. Oktober bis 31. Oktober
um 1 Stunde 40 Minuten. Der Sonnenuntergang (geogr. Breite der Sternwarte) von 19h03m
auf 18h05m. Die Dauer der Nacht ändert sich von 12 Std. 20 Min. auf 14 Std. 03 Min.
Im November wird die tägliche Änderung dann geringer, da die Sonne nicht mehr so stark pro
Zeiteinheit an Höhe verliert, bis sie dann am 22 Dez. auf ihrem Minimalstand angekommen
ist, um dann wieder anzusteigen. Am 22 Dez. ist der astronomische Winteranfang, die Sonne
steht bei einer geographischen Breite von 50° N dann nur noch auf einer Mittagshöhe von
16,5° über dem Horizont. Die Tageslänge beträgt dann noch 8 Std. 15 Min.
Folgende bekannte Herbststernbilder kann man in diesem Zeitraum in südlicher Richtung am
1. Oktober um 23h MEZ
1. November um 21h MEZ
1. Dezember um 19h MEZ
sehen.
Pegasus, auch Herbstviereck genannt, Andromeda, Dreieck, Perseus, Wassermann, Cassiopeia, Cepheus, Fuhrmann, Stier, Fische, Widder, Walfisch, Eridanus und Eidechse.
Pegasus repräsentiert das geflügelte Pferd, das aus dem Blut der Medusa geboren wurde, als sie von Perseus einen Kopf kürzer gemacht wurde. Die Konstellation ist die siebtgrößte des Himmels, beinhaltet jedoch keine aussergewöhnlich helle Sterne. Daher ist das grosse Viereck auch nicht sehr auffällig. Der hellste Stern der Konstellation ist Epsilon Pegasi mit dem Eigennamen ENIF, aus dem Arabischen und bedeutet Nase. Rechts neben Enif findet man das schönste Objekt des Sternbildes: M15, ein wunderbarer Kugelsternhaufen, der sich knapp der Beobachtung mit dem blossen Auge entzieht, aber deutlich im Fernglas sichtbar ist. Seine Entfernung liegt bei 30 000 Lichtjahren.
Die bekannteste der griechischen Mythen, die Geschichte von Perseus und Andromeda wurde an den Herbsthimmel gezeichnet. Dort sind sie alle zu finden, neben Andromeda sind auch ihre Eltern Cassiopeia und Cepheus zu finden, und sogar das Monster Cetus ist in der Nähe. Andromeda ist keine auffällige Formation, am besten wird sie über Pegasus aufgefunden.Das Sternbild enthält interessante Objekte für den Astro - Amateur, so ist neben schönen Doppelsternen (Gamma und 56 Andromedae), offenen Sternhaufen (NGC 752), planetarischen Nebel (NGC 7662), die alles überragende Galaxie M31 auch Andromedanebel genannt, zu finden.
M31 kann man bei guten Sichtbedingungen mit blossem Auge wahrnehmen. Es ist eine
Spiralgalaxie die der Milchstrasse sehr ähnlich ist. Unsere Nachbargalaxie ist
2,2 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Unsere Galaxie, die Milchstraße und die
Andromeda-Galaxie sind die größten Mitglieder der sogenannten lokalen Gruppe, bestehend
aus ca. 3 Dutzend Galaxien.
Taurus (Stier) ist der westliche Teil des Wintersechsecks. Nach der griechischen Mythologie der Stier, in den sich Zeus verwandelt haben soll, um die Königstochter Europa zu entführen. Der hellste Stern ist Aldebaran in einer Entfernung von knapp 70 Lichtjahren. In dessen optischer Nachbarschaft man den allerdings dünnen offenen Sternhaufen der Hyaden findet.
Wesentlich attraktiver sind die Plejaden, das sogenannte Siebengestirn. Mit größeren
Teleskopen kann man in diesem Sternbild auch den berühmten Krebsnebel finden, ein
Supernovaüberrest .
In diesem Monat sind die Planeten Saturn und Jupiter nur am Morgenhimmel sichtbar. Um
die Monatsmitte kommt der Mars hinzu. Am 2.10. und 29.10. steht der Mond bei Jupiter, am
26.10. beim Saturn.
Venus ist jetzt Morgenstern und ergänzt das dominierende Planetenpaar Jupiter und Saturn
am Morgenhimmel.
Am 7.12. erreicht Venus ihre größte Helligkeit am Morgenhimmel. Saturn kann man jetzt die
ganze Nacht hindurch beobachten, da er gegenüber der Sonne steht
Im Oktober kann man vom 7.-11., am besten nach Mitternacht, die Draconiden im
Sternbild des Drachen beobachten.
Vom 14.-28.10. sind die Orioniden aktiv. (Maximum um 21. Oktober). Der Radiant liegt
etwa 10° NO von Beteugeuze im Orion.
Im November können wir wieder die bekannten Leoniden beobachten. Nach Mitternacht
am 18. morgens also, so gegen 3h kommen sie aus dem Sternbild Löwe ca. 10° NO von Regulus
dem hellsten Stern des Sternbildes. In diesem Jahr wird wieder mit einer erhöhten Aktivität
gerechnet.
Im Dezember vom 6.-17.12. kann man die Geminiden beobachten..Der Radiant liegt in
dem Sternbild Zwillinge unweit von Kastor. Mit dem Maximum rechnet man in den
Morgenstunden des 14 Dezember. Über 60 Meteore pro Stunde, darunter auch sehr helle
Objekte, werden erwartet.
| DATUM | ZEITPUNKT(MEZ) | MOND IM STERNBILD | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mo. 21.10.2002 | 8h20m | FISCHE | ||||
| Mi. 20.11.2002 | 2h34m | STIER | ||||
| Do. 19.12.2002 | 20h10m | STIER | ||||
| DATUM | AUFGANG (MEZ) | UNTERGANG (MEZ) | MITTAGSHÖHE in Grad | DÄMMERUNGSENDE | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. OKTOBER | 6h19m | 17h59m | 36,8 | 19h09m | ||
| 1. NOVEMBER | 7h09m | 16h57m | 25,6 | 18h09m | ||
| 1 . DEZEMBER | 7h56m | 16h21m | 18,2 | 17h39m | ||
Alle Daten für 50° N und 10° O aus Kosmos Himmelsjahr 2002 von H.U. Keller.
Am Morgen des 14. Oktober schon vor der Morgendämmerung also vor 5 Uhr kann man das
Morgenzodikallicht beobachten. Für mehr Informationen siehe den Beitrag "Das Zodikallicht".
Am
22. Dez. um 2h14m MEZ beginnt der astronomische Winter. Die Sonne steht jetzt am
tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn.
Am Sonntag dem 27. Oktober endet die Sommerzeit, wir haben dann wieder MEZ.
(MESZ-1h = MEZ)
Willy Mahl 09/2002