Besondere Konstellationen am Sternhimmel im 4. Quartal 2002

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Besondere Konstellationen am Sternhimmel im 4. Quartal 2002

Das letzte Quartal des Jahres bringt uns wieder die längeren Nächte, die bei den Sternguckern so beliebt sind. Die Tageslänge reduziert sich vom 1. Oktober bis 31. Oktober um 1 Stunde 40 Minuten. Der Sonnenuntergang (geogr. Breite der Sternwarte) von 19h03m auf 18h05m. Die Dauer der Nacht ändert sich von 12 Std. 20 Min. auf 14 Std. 03 Min. Im November wird die tägliche Änderung dann geringer, da die Sonne nicht mehr so stark pro Zeiteinheit an Höhe verliert, bis sie dann am 22 Dez. auf ihrem Minimalstand angekommen ist, um dann wieder anzusteigen. Am 22 Dez. ist der astronomische Winteranfang, die Sonne steht bei einer geographischen Breite von 50° N dann nur noch auf einer Mittagshöhe von 16,5° über dem Horizont. Die Tageslänge beträgt dann noch 8 Std. 15 Min.

Sternbilder

Folgende bekannte Herbststernbilder kann man in diesem Zeitraum in südlicher Richtung am

1. Oktober um 23h MEZ 1. November um 21h MEZ

1. Dezember um 19h MEZ

sehen.

Pegasus, auch Herbstviereck genannt, Andromeda, Dreieck, Perseus, Wassermann, Cassiopeia, Cepheus, Fuhrmann, Stier, Fische, Widder, Walfisch, Eridanus und Eidechse.

Pegasus wählen wir als Sternbild des Oktobers

Pegasus repräsentiert das geflügelte Pferd, das aus dem Blut der Medusa geboren wurde, als sie von Perseus einen Kopf kürzer gemacht wurde. Die Konstellation ist die siebtgrößte des Himmels, beinhaltet jedoch keine aussergewöhnlich helle Sterne. Daher ist das grosse Viereck auch nicht sehr auffällig. Der hellste Stern der Konstellation ist Epsilon Pegasi mit dem Eigennamen ENIF, aus dem Arabischen und bedeutet Nase. Rechts neben Enif findet man das schönste Objekt des Sternbildes: M15, ein wunderbarer Kugelsternhaufen, der sich knapp der Beobachtung mit dem blossen Auge entzieht, aber deutlich im Fernglas sichtbar ist. Seine Entfernung liegt bei 30 000 Lichtjahren.

Andromeda wählen wir als Sternbild des Novembers

Die bekannteste der griechischen Mythen, die Geschichte von Perseus und Andromeda wurde an den Herbsthimmel gezeichnet. Dort sind sie alle zu finden, neben Andromeda sind auch ihre Eltern Cassiopeia und Cepheus zu finden, und sogar das Monster Cetus ist in der Nähe. Andromeda ist keine auffällige Formation, am besten wird sie über Pegasus aufgefunden.Das Sternbild enthält interessante Objekte für den Astro – Amateur, so ist neben schönen Doppelsternen (Gamma und 56 Andromedae), offenen Sternhaufen (NGC 752), planetarischen Nebel (NGC 7662), die alles überragende Galaxie M31 auch Andromedanebel genannt, zu finden.

M31 kann man bei guten Sichtbedingungen mit blossem Auge wahrnehmen. Es ist eine Spiralgalaxie die der Milchstrasse sehr ähnlich ist. Unsere Nachbargalaxie ist 2,2 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Unsere Galaxie, die Milchstraße und die Andromeda-Galaxie sind die größten Mitglieder der sogenannten lokalen Gruppe, bestehend aus ca. 3 Dutzend Galaxien.

Taurus (Stier) wählen wir als Sternbild des Dezembers

Taurus (Stier) ist der westliche Teil des Wintersechsecks. Nach der griechischen Mythologie der Stier, in den sich Zeus verwandelt haben soll, um die Königstochter Europa zu entführen. Der hellste Stern ist Aldebaran in einer Entfernung von knapp 70 Lichtjahren. In dessen optischer Nachbarschaft man den allerdings dünnen offenen Sternhaufen der Hyaden findet.

Wesentlich attraktiver sind die Plejaden, das sogenannte Siebengestirn. Mit größeren Teleskopen kann man in diesem Sternbild auch den berühmten Krebsnebel finden, ein Supernovaüberrest .

PLANETENLAUF

Oktober

In diesem Monat sind die Planeten Saturn und Jupiter nur am Morgenhimmel sichtbar. Um die Monatsmitte kommt der Mars hinzu. Am 2.10. und 29.10. steht der Mond bei Jupiter, am 26.10. beim Saturn.

November

Venus ist jetzt Morgenstern und ergänzt das dominierende Planetenpaar Jupiter und Saturn am Morgenhimmel.

Dezember

Am 7.12. erreicht Venus ihre größte Helligkeit am Morgenhimmel. Saturn kann man jetzt die ganze Nacht hindurch beobachten, da er gegenüber der Sonne steht

STERNSCHNUPPEN

Im Oktober kann man vom 7.-11., am besten nach Mitternacht, die Draconiden im Sternbild des Drachen beobachten. Vom 14.-28.10. sind die Orioniden aktiv. (Maximum um 21. Oktober). Der Radiant liegt etwa 10° NO von Beteugeuze im Orion. Im November können wir wieder die bekannten Leoniden beobachten. Nach Mitternacht am 18. morgens also, so gegen 3h kommen sie aus dem Sternbild Löwe ca. 10° NO von Regulus dem hellsten Stern des Sternbildes. In diesem Jahr wird wieder mit einer erhöhten Aktivität gerechnet.

Im Dezember vom 6.-17.12. kann man die Geminiden beobachten..Der Radiant liegt in dem Sternbild Zwillinge unweit von Kastor. Mit dem Maximum rechnet man in den Morgenstunden des 14 Dezember. Über 60 Meteore pro Stunde, darunter auch sehr helle Objekte, werden erwartet.

Vollmond – Zeiten

DATUM ZEITPUNKT(MEZ) MOND IM STERNBILD Mo. 21.10.2002 8h20m FISCHE Mi. 20.11.2002 2h34m STIER Do. 19.12.2002 20h10m STIER

Tageslauf der Sonne

DATUM AUFGANG (MEZ) UNTERGANG (MEZ) MITTAGSHÖHE in Grad DÄMMERUNGSENDE 1. OKTOBER 6h19m 17h59m 36,8 19h09m 1. NOVEMBER 7h09m 16h57m 25,6 18h09m 1 . DEZEMBER 7h56m 16h21m 18,2 17h39m

Alle Daten für 50° N und 10° O aus Kosmos Himmelsjahr 2002 von H.U. Keller.

Weitere Angaben

Am Morgen des 14. Oktober schon vor der Morgendämmerung also vor 5 Uhr kann man das Morgenzodikallicht beobachten. Für mehr Informationen siehe den Beitrag “Das Zodikallicht“. Am 22. Dez. um 2h14m MEZ beginnt der astronomische Winter. Die Sonne steht jetzt am tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn. Am Sonntag dem 27. Oktober endet die Sommerzeit, wir haben dann wieder MEZ. (MESZ-1h = MEZ)

Willy Mahl 09/2002


Letzte Änderung am 02.10.2002 durch astroman

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