Der Abendhimmel im Jahr 2002 (abends 21h MEZ)

Sternwarte Höfingen

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Der Abendhimmel im Jahr 2002 (abends 21h MEZ)

Planetenlauf und Meteorströme

[Januar]

Im Januar stehen die 3 hellen Planeten Mars, Saturn, Jupiter am Abendhimmel. Von Mitte Januar bis 26. Januar. zieht der zunehmende Mond an ihnen vorbei. Vom 1. bis 5. Januar kann man in der zweiten Nachthälfte nach den Quatrantiden Ausschau halten. Der Radiant bzw. Ausgangspunkt am Himmel liegt im Sternbild Bootes (Bärenhüter). Das Maximum beobachtet man in der Nacht vom 3. auf 4. Januar, dann kann man bis zu 100 Ereignisse pro Stunde zählen. Es sind schon in manchen Jahren bis zu 200 Sternschnuppen pro Stunde gezählt worden. Im Vergleich zu anderen Meteorströmen ist dieser also relativ ergiebig. Ein Blick um diese Zeit zum Himmel kann belohnt werden. Der Komet, der diese Spuren hinterlassen hat, ist nicht bekannt.

[Februar]

Ab Mitte Februar wiederholt sich dieser Vorgang. Am 23. Februar um 3h54m MEZ bedeckt der Mond den Planeten Jupiter. Allerdings in einer sehr ungünstigen Position, (5.7° über dem nordwestlichen Horizont – bei Azimut 300°) also kurz vor dem Untergang der Gestirne. Weder der Zeitpunkt, noch die Position des Ereignisses machen es jedoch attraktiv für den interessierten Himmelsbeobachter. Vom 6.-9. Februar kann man die Alpha-Aurigiden beobachten. Ihr Radiant liegt in der Nähe von Kapella, dem Hauptstern des Sternbildes Fuhrmann. Sie haben kein ausgeprägtes Maximum, die beste Beobachtungszeit ist um Mitternacht.

[März]

Im März wird der gegenseitige Abstand der Planeten kleiner, während sie sich dem westlichen Horizont nähern. Mitte März passiert der Mond wieder die Gruppe, Mars steht jetzt nur noch ca. 15° über dem Horizont. Virginiden, siehe April.

[April]

Mitte April taucht die Venus am Abendhimmel auf, sie ist nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Sternenhimmel und wird so zum “Abendstern”. Wir können jetzt die 4 hellsten Planeten über dem westlichen Horizont beobachten. Zu diesem Zeitpunkt erscheint auch der Mond wieder und zieht an der Gruppe vorbei. Im März und April kann man um Mitternacht die die Virginiden mit ihrem Radiant in der Jungfrau beobachten. Anfang April erreichen sie ihr Maximum mit einigen Ereignissen pro Stunde. Vom 12.-24. April sind die Lyriden aktiv, ihr Radiant liegt in der Leier, die beste Beobachtungszeit ist ab Mitternacht bis 4 Uhr. Das Maximum am 22. April mit 10 bis 20 Ereignissen pro Stunde ist nicht spektakulär.

[Mai]

Mitte Mai stehen dann alle mit bloßem Auge sichtbaren Planeten über dem westlichen Horizont, da sich nun auch Merkur kurz zeigt. Der Mond taucht jetzt auch auf , um an der Gruppe wieder vorbeizuziehen. Ein seltener Anblick, gerade passend für den Ausklang eines schönen Maientages! Die Eta-Aquriden auch Mai-Aquariden genannt , kann man vom 1.- 8. Mai beobachten. Das Maximum findet am 5. Mai statt, mit ca. 20 Ereignissen pro Stunde. Der Radiant liegt im Wassermann, der um diese Zeit nahe am Horizont liegt, daher sind die Aquariden nur in südlichen Breiten von Bedeutung. Der Ursprung dieses Meteorstroms wird auf den Kometen Halley zurückgeführt.

[Juli]

Ab Mitte Juli sind dann alle Planeten ausser Venus am Abendhimmel verschwunden. Der Abendstern ist nun der Glanzpunkt des Abends am Sternenhimmel, allerdings nur ca 10° über dem westlichen Horizont. Am 13. Juli steht der Mond in ihrer Nähe. Am 8. und 9. Juni kann man nach den Libriden Ausschau halten. Der Radiant ist im Sternbild Waage zu finden. Um den 28. Juni sind die Draconiden im Drachen zu beobachten.

[August]

Anfang August verschwindet die Venus dann wieder, der Abendhimmel ist jetzt nur von Sternen bevölkert, und zetweise natürlich noch vom zunehmenden Mond, der ja ca. alle 29,5 Tage die Erde in Bezug zur Sonne (und damit von Phase zu Phase) umrundet. Im August sorgen die Perseiden mit ihrem Maximum vom 10.-14. August für den schönsten und intensivsten Strom des Jahres. Es können bis zu 90 Ereignissen pro Stunde auftreten, darunter auch Feuerkugeln die die Helligkeit der hellsten Sterne am Himmel noch übertreffen können. Die beste Beobachtungszeit auch hier wieder um Mitternacht bis 4h MESZ morgens. Der Ursprungskomet dieses Meteorstromes heisst 109P/Swift-Tuttle.

[Oktober]

Erst ab 20. Oktober taucht Saturn dann wieder am östlichen Horizont auf. Und ist die ganze Nacht über zu sehen. Die planetenlose Zeit ist zu Ende. Im Oktober kommen die Delta- Draconiden, auch Oktober-Draconiden genannt. Ausgelöst durch den Kometen 21P/Giacobini-Zinner ist vom 7.- 11. Oktober, wenn die Erde die Bahn des Kometen kreuzt, das Maximum zu erwarten. Alle 13 Jahre trifft die Erde auf die Trümmerwolke des Kometen, so wurden am 8. Oktober 1985 bis zu 400 Meteore pro Stunde registriert. Am 21. Oktober findet dann das Maximum der Orioniden statt, mit 20 bis 30 Ereignissen pro Stunde. Ihr Radiant liegt ca. 10° nordöstlich von Beteigeuze im Sternbild Orion. Auch hier ist die beste Beobachtungszeit nach Mitternacht.

[November]

Im November kann der Sternschnuppenstrom der Leoniden beobachtet werden. Dieser Strom zeigt zwischen 15. und 20 November seine größte Aktivität, mit vielen schnellen Objekten (70 km/s) pro Stunde. Der Ursprung geht auf Komet 55P/Tempel-Tuttle zurück.

[Dezember]

Ab Mitte Dezember erscheint dann Jupiter abends gegen 21h MEZ über dem östlichen Horizont.

Mit Saturn und Jupiter am Abend.- und Nachthimmel gehen wir dan in das Jahr 2003. Wer die Nacht zum Neujahrswechsel etwas länger ausdehnt, kann morgens gegen 5 Uhr Venus und Mars am Osthorizont sehen. Venus ist jetzt Morgenstern, und verleiht der Morgenstunde ihren Glanz. Vom 6.-17. Dezember kann man die Geminiden beobachten .Der günstigste Beobachtungszeitpunkt ist in den Morgenstunden des 14. Dezember. Man kann dann bis zu ca. 60 Meteore pro Stunde sehen. Der Radiant oder Ursprung der Objekte, die mit ca. 120 000 km/h über den Himmel rasen, liegt im Sternbild Zwillinge (Gemini). Vom 17. – 24. Dezember ändert sich die Szene zu einer anderen Kulisse, jetzt sehen wir die Ursiden, deren Ursprung im kleinen Bären liegt (Ursa Minor). Dieser Sternschnuppenstrom hat ein ausgeprägtes Maximum in der Nacht vom 22. auf 23. Dezember, gegen Mitternacht. Da der Radiant in der Nähe des Himmelsnordpols liegt, kann man diese Stelle des Himmels die ganze Nacht hindurch sehen. Die Sterne um den Himmelsnordpol gehen nie unter , sie sind circumpolar,wie es in der Astronomie genannt wird. Auch diese Objekte flitzen mit derselben Geschwindigkeit wie die Ursiden über den Nachthimmel, allerdings nicht so oft, hier muss man etwas mehr Geduld aufbringen, um die ca 10-20 Ereignisse pro Stunde zu sehen. Diese Sternschnuppen sind auf die Materieteilchen zurückzuführen die der Komet Tuttle bei seinem Umlauf um die Sonne verloren hat, und nun von der Erde weggefegt werden.

Einfach beobachtbare jährliche Meteorschauer (Zusammenfassung)

Name Datum des durchschnittlichen Maximums Normale Dauer in Tagen Sichtbarkeit (nördl. Hemisphäre) Ursprungs-Komet Quatrantiden 3. Januar 1 mittel – Lyriden 22. April 1 schwach 1861 I Eta Aquariden 5. Mai 2 schwach Halley Delta Aquariden 29 July 15 schwach – Perseiden 12 August 5 stark 1862 III Draconiden 10 Oktober 1/4 irregulär Gia.-Zinner Orioniden 21 Oktober 2 mittel Halley Tauriden 5 Nov. 30 schwach Encke Leoniden 17. Nov. 1/4 – 2 irregulär Temple – Tuttle Geminiden 14. Dez. 4 stark –

Eine sehr detaillierte Beschreibung der monatlichen Sternschnuppenströme findet man im KOSMOS- Himmelsjahr Von H.-U.- Keller, von dem auch obige Daten entnommen wurden.

Übersicht über die Finsternisse des Jahres 2002

Sonnenfinsternisse gibt es in 2002 eine ringförmige und eine totale. Die ringförmige kann man am 10. Juni vom pazifischen Ozean aus beobachten. Die totale erstreckt sich am 4.12. vom Atlantik über Afrika bis nach Australien.

Mit Mondfinsternissen werden wir in diesem Jahr nicht verwöhnt. Es gibt 3 sogenannte Halbschattenfinsternisse, die überhaupt nicht spektakulär sind. Die 1. findet am 26. Mai statt und ist in Europa nicht beobachtbar. Die 2. am 24. Juni ist nur bei sehr genauem hinsehen mit blossem Auge beobachtbar: der nördliche Mondrand ist dann etwas abgedunkelt. Die 3. am 20.11. um 2h47m MEZ dunkelt den nördlichen Mondrand etwas ab.

Besondere Ereignisse der Folgejahre

Am 28.8.2003 findet eine Marsopposition statt. Mars hat dann eine Entfernung von 55.5 Mio km von der Erde, und befindet sich nahe dem überhaupt möglichen geringsten Abstand. Das bedeuted maximal gute Beobachtungsbedingungen (Grösse, Helligkeit, Oberflächendetails) und eine Herausforderung zum photographieren. Die max. Höhe über dem Horizont erreicht er dann in unseren Breiten mit knapp 23°. Das ist weniger schön. Aber vielleicht kann der eine oder andere diesen Wert mit einer Reise in den Süden aufbessern.

Am 7.5. 2003 von 7h11m-12h32m MESZ gibt es einen Merkurtransit. das 12″ große Merkurscheibchen wandert durch die Sonne!

Am 8. Juni 2004 von 7h19m-13h23m MESZ folgt die Venus mit einem Venustransit nach . Das mit 58″ deutlich grössere Scheibchen wandert durch die Sonne

Willy Mahl

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Letzte Änderung am 19.11.2005 durch astroman

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