Phänomene der Erde-Mond-Beziehung

Phänomene der Erde-Mond-Beziehung

Die bekannteste Auswirkung des Erde-Mond-Systems sind wohl die Gezeiten des Meeres, eine direkte Folge der Massenanziehung beider Körper in Verbindung mit den verschiedenen Rotationsperioden der Erde um ihre Achse und des Mondes auf seiner Bahn um die Erde.

Ein weiteres bekanntes Ereignis sind die Sonnenfinsternisse. Ob ringförmig, partiell oder total, in allen Situationen ist der Mond, mit seinem Abstand zur Erde und der Lage seiner Bahn, die Ursache des Ereignisses.

Dass der Mond im Mittel fast dieselbe scheinbare Größe am Himmel hat wie die Sonne, wird von seinem Erdabstand und seinem Durchmesser vorgegeben. Dies ist übrigens eine Situation geringster Wahrscheinlichkeit und nirgendwo im Planetensystem der Sonne findet man eine ähnliche Konstellation. Dadurch wird eine totale Sonnenfinsternis erst möglich. Durch die elliptische Form der Mondbahn und der damit verbundenen Änderungen des Mondabstandes von der Erde, kommt neben der totalen Finsternis auch die ringförmige Variante zustande, in der die Mondentfernung zu groß ist, um die Sonne ganz abzudecken.

Der HARVEST MOON (Ernte Mond)

ist ein in unseren Breiten relativ unbekanntes Phänomen des Erde-Mond Systems. Wie man sieht, ein Begriff aus dem englischen Sprachraum. Der Begriff beschreibt ein ganz ausserordentliches Phänomen. In der Erntezeit auf der Nordhalbkugel der Erde ist Herbstanfang, der Termin, zu dem die Sonne den Himmelsäquator nach Süden überquert. Die Aufgangszeiten des Mondes haben dann um die Vollmondphase herum nicht die übliche tägliche durch seine monatliche Bahn gegen den Uhrzeigersinn bedingte Zeitverschiebung. Der Mond geht dann an verschiedenen Tagen früher auf, ohne die übliche Zeitdistanz zum Sonnenuntergang.

Der praktische Effekt ist,dass die Dämmerungsphase durch das Mondlicht früher aufgehellt wird. Man kann sich gut vorstellen,dass dies in der Landwirtschaft eine willkommene Situation war, wenn man mit der Ernte-Arbeit bis Sonnenuntergang nicht fertig wurde und dies auch von den Menschen registriert und benutzt wurde.

Es stellt sich natürlich die Frage, wie dieses Pänomen zustande kommt.

Zieht man einen Mondkalender zu Rate, so kann man die beschriebene Situation in den angegebenen Zeiten bestätigt finden. Weiter findet man, dass dieser Effekt besonders mit der geografischen Breite auf der Erde verbunden ist.

Dazu folgendes Beispiel:

Am 25. Sept. 1999 z.B. war um 10h51m Vollmond.

Vom 23.9.-27.9. war die Differenz der Mondaufgangszeiten bei Vollmond (entspricht dem Sonnenuntergang ) in

Berlin,geogr. Breite (52,5 N)25mTrontheim (N) (63,5 N)10m

Das heisst, in der Dämmerungsphase geht der Vollmond auf und verzögert so den Einbruch der Dunkelheit.

Bei Halbmond am 17./18.9:

Berlin55mTrontheim62m

Die Ursache für diese Effekte liegt in der größten täglichen Steigerung der Sonnendeklination zu diesem Zeitpunkt, in Verbindung mit den bahnspezifischen Eigenschaften der Mondbahn, so dass der Bahnfortschritt des Mondes durch einen Deklinationseffekt kompensiert wird.

Das aschgraue Licht des Mondes

Kurz vor oder nach Neumond sieht man neben der schwachen Mondsichel die Restfläche schwach erleuchtet. Dieses sogenannte “aschgraue Licht” kommt von der Erde, die das Licht der Sonne augefangene Licht zu einem Teil wieder in den Weltraum reflektiert. Das aschgraue Licht ist jedoch keineswegs immer gleich stark, da es vom Reflexionsvermögen – in der Astronomie nennt man das Albedo – der Erde abhängt.

Manchmal ist dieses Licht gar nicht wahrnehmbar, manchmal milchig weiss, und so hell, dass man die dunklen Stellen darin erkennen kann, die man im Vollmond wahrnimmt. Die unterschiedliche Stärke führt man auf die Tatsache zurück, dass die Erdkugel je nach Zeitpunkt, Kontinente oder Ozeane dem Mond zuwendet, und das mit mehr oder weniger Wolken. Die Albedo der Erde wird dadurch verändert. So kann dem versierten Beobachter die Beobachtung des aschgrauen Lichts sogar eine grobe Information über den Bewölkungszustand der Erde liefern.

Die Höhe des Mondes über dem Horizont hat dabei wenig Einfluss auf die Sichtbarkeit des aschgrauen Lichts.

Willy Mahl 03/2003


Letzte Änderung am 2009-Mar-15

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