Ein uralter Stern

Die Entdeckung eines Sterns mit extrem niedrigem Eisengehalt – also mit sehr hohem Alter – gibt Hinweise auf die ersten Supernovae in unserer (Proto-)galaxie; das erklärt eine der beteiligten Forscherinnen anschaulich hier.

Supernova in M82

Am 31. 1. war der Himmel klar, die Supernova war im Fernrohr hell genug, dass auch ungeübte Besucher sie erkennen konnten.

Bild Charles Lemaire Sternwarte Höfingen

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Am 21.1. wurde – siehe die untenstehenden Links – in M82 eine Supernova  Typ 1a entdeckt. Die Helligkeit betrug am 21.1. 11,7 mag, so dass  die Supernova mit den Instrumenten der Sternwarte eigentlich gut zu sehen sein müsste. Jetzt hoffen wir halt  nur noch auf klaren Himmel.
Karl Dieter Scheck

http://www.ucl.ac.uk/maps-faculty/maps-news-publication/maps1405/
http://apod.nasa.gov/apod/ap140124.html

Venus in unterer Konjunktion

Die Venus beendet ihre Abendsichtbarkeit. Am 11.01.2014 erreicht sie die untere Konjunktion, wandert in 5,1° Abstand nördlich an der Sonne vorbei und wechselt an den Morgenhimmel. Den ganzen Januar durch ist sie – am Taghimmel beobachtet (bei gebotener Vorsicht aufgrund der Sonnennähe!) – als äußerst schmale und vergleichsweise große Sichel zu sehen. Im Zeitraum vom 05. bis 19.01.2014 beträgt ihr scheinbarer Durchmesser ziemlich gleichbleibend etwa 62″ (!), die Phase nimmt zunächst von 1,6% auf 0,4% ab und dann wieder auf 2,9% zu. Ein sehr lohnenswerter Anblick!

Ceres und Vesta im Anmarsch

Die beiden hellsten ‘Kleinplaneten’, der Zwergplanet (1) Ceres und der Asteroid (4) Vesta, starten zu ihrer (fast) gemeinsamen Opposition am 15. bzw. 13.04.2014 im Sternbild Jungfrau. Ceres wird dabei 7,0 mag hell, Vesta sogar 5,7 mag. Momentan erst gegen Morgen sichtbar, werden die zwei bis April auch schon kurz vor Mitternacht gut zu beobachten sein.

Der Abstand zwischen beiden am Himmelsgewölbe wird am 14.04.2014  noch 2,5° betragen. Denn aufgepasst! Am 04. und 05.07.2014 wird sich eine sehr enge Begegnung zwischen beiden ereignen. Der Abstand zwischen Vesta (dann noch 7,1 mag hell) und Ceres (8,4 mag) wird dann auf gar nur 10′ schrumpfen! Die beiden lassen sich dann am Abendhimmel beobachten, sobald es dunkel wird – vorausgesetzt, der Himmel ist klar…

Komet C/2013R1 Lovejoy am Morgenhimmel !

Der erst im September 2013  entdeckte Komet C/2013R1 Lovejoy überrascht am Morgenhimmel! Sein Maximum erreichte er am 30.11.2013: Helligkeit 4,6 mag und ein 1,0° langer Schweif! – Letzte gute Beobachtung am 16.12.2013 mit Fernglas: Helligkeit 5,4 mag und ein 0,9° langer Schweif. – Der Komet wandert bis Jahresende 2013 vom Bootes in den Herkules, wobei die Elongation von der Sonne von 67° auf 47° zurückgehen wird. Dennoch dürfte er mindestens bis dahin ein leichtes Fernglasobjekt bleiben.

Viel Erfolg beim Beobachten!

UPDATE 25.08.2014: Lag die Herlligkeit am 07.01.2014 noch bei 6,6 mag, ging sie bis 08.02.2014 auf 7,9 mag zurück. Danach gelang nur noch eine einzige letzte Beobachtung am 04.05.2014 mit 12,4 mag. Auf Nimmerwiedersehen.

Gerhard Scheerle

 

 

 

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Komet ISON

UPDATE Dez.: ISONs Sturz zur Sonne, wurde vom Satelliten SOHO verfolgt. Leider ist er in Sonnennähe völlig zerbröselt und war danach nicht mehr zu sehen.

 

Das “Astronomy picture of the day” am 16.11.2013 zeigt den Kometen ISON, der ein Jahrhundertkomet werden könnte,  wenn wir Glück haben – besser, wenn er das Glück hat, den sehr nahen Vorübergang an der Sonne zu überstehen. Vorerst ist der zukünftige  Helligkeitsverlauf sehr unsicher. Auf dem angegebenen Link ist der bisherige Helligkeitsverlauf sehr gut dargestellt, ausserdem findet sich eine differenzierte Diskussion über die Probleme der Helligkeitsmessung und über die zu erwartenden Ereignisse. Die Seite wird kurzfristig aktualisiert.

http://isoncampaign.org/Present

Karl Dieter Scheck

 

Flammende Sterne

“Flammende Sterne” – so heißt ein Feuerwerksfestival in Ostfildern, aber am Himmel gibt es flammende Sterne in einem ganz anderen Ausmaß:

1. Die Nova Delphini 2013 wurde am 14.08.2013 entdeckt; die Helligkeit liegt am 15.08. bei 5,0 mag! Als Aufsuchhilfe empfehle ich das APoD vom Freitag 16.08.2013.
Was ist passiert? Ein Weißer Zwergstern hat von einem eng benachbarten Begleitstern so viel Materie aufgesammelt, dass es nun zu einer thermonuklearen Explosion geführt hat. Beide Sterne überleben das Ereignis. In einigen Jahrezehnten könnte es zu einer erneuten Explosion kommen. UPDATE 01.12.2013: Das Maximum der Nova (= V339 Del) wurde am 16.08.2013 mit 4,4 mag erreicht. Inzwischen ist die Helligkeit längst weit zurückgegangen, erreicht am 24.10.2013 11,0 mag und stagniert hier seitdem. Besonders interessant war die farbliche Veränderung: die helle Nova erscheint zunächst bläulichweiß, bald aber gelb und dann rötlich. UPDATE 18.12.2013: Letzte Beobachtung am 13.12.2013 mit 10,6 mag; die rötliche Farbe ist immer noch zu erkennen. UPDATE 25.08.2014: Die Nova (neue offizielle Bezeichnung: V339 Delphini) ist immer noch beobachtbar! Die Helligkeit schwankt seit Mai 2014 nur geringfügig zwischen 11,7 und 12,0 mag. Letzte Beobachtung am 22.08.2014 mit 11,8 mag.

2. Die Supernova SN 2013ej leuchtet in M 74 im Sternbild Fische auf. Die Helligkeit beträgt am 15.08.2013 12,5 mag. Sie sollte in den nächsten Tagen und Wochen allmählich zurückgehen. Sie steht 2,0′ südöstlich des Kerns von M 74 zwischen anderen ähnlich hellen Vordergrundsternen unserer Milchstraße, wobei die Supernova dem Kern am nächsten kommt.
Was ist passiert? Ein Überriesenstern ist mit seiner Materie so verschwenderisch umgegangen, dass er sein Leben nach kurzer Zeit (wahrscheinlich nur einige 10 Millionen Jahre) beendet hat (Supernova Ty IIP). Der ehemalige Kern des Sterns ist zu einem sehr kompakten Gebilde zusammengestürzt (z.B. Neutronenstern), während der große Rest als Explosionswolke davonfliegt. – UPDATE 01.12.2013: Inzwischen hat sich die Supernova verabschiedet. Letzte Beobachtung am 30.10.2013 mit 15,2 mag.

3. Die Supernova SN 2013dy in NGC 7250 im Sternbild Eidechse nimmt in ihrer Helligkeit bereits wieder ab; sie liegt am 15.08.2013 noch bei 13,6 mag. Die Galaxie selbst zeigt sich leider nur als ein eher schwacher Lichtstreifen. Am Südsüdost-Ende der Galaxie steht ein Sten 11,0 mag, etwa am gegenüberliegenden Ende die Supernova, und  – mit beiden ein gleichschenkliges Dreieck bildend – seitlich davon ein Stern 14,0 mag. Die Größe des Dreieckes beträgt etwa 1,8′. – Was ist passiert? Ein Weißer Zwergstern hat von einem eng benachbarten Begleitstern so viel Materie aufgesammelt, dass die Masse von 1,4 Sonnenmassen überschritten wurde und er nun in einer gigantischen thermonuklearen Explosion völlig zerrissen wurde (Supernova Ty Ia). Nur der Begleitstern sollte das Ereignis überlebt haben. – UPDATE 01.12.2013: Das Maximum wurde am 27.07.2013 erreicht mit 12,8 mag. Inzwischen hat sich die Supernova längst verabschiedet. Letzte Beobachtung am 05.09.2013 mit 15,0 mag.

Viel Erfolg beim Beobachten der flammenden Sterne! – UPDATE 01.12.2013: Viel Erfolg bei der noch möglichen Beobachtung der Nova Delphini 2013!

UPDATE 25.08.2014: Viel Erfolg bei der immer noch möglichen Beobachtung der Nova Delphini 2013 (s.o.)!

Gerhard Scheerle

 

Marskarte

Unter dem u.a. Link findet sich eine schöne Animation mit Bildern, die von der  europäische Sonde Mars-Express aufgenommen und im DLR zu einem Film zusammengesetzt worden sind. Sehr sehenswert!

Karl Dieter Scheck

http://www.t-online.de/nachrichten/wissen/weltall/id_63646852/mars-in-3d-globale-landkarte-des-mars-ist-fast-komplett.html

Hochbegabte Kinder stehen im Fokus

In der Beilage zur Stuttgarter Zeitung  “Strohgäu Extra” vom 27. 05. 2013  wird  zu  dem Thema “Schulentwicklung in Leonberg”   berichtet.   Am 18. Juni wird Frau  Karin Fischer-Brehm  in der Gerhart-Hauptmann-Realschule  über “Leben und Lernen mit hochbegabten Kindern” sprechen.

Kinder- und Jugendakademie Stuttgart

Seit dem Wintersemester 2011/2012 finden auf der Sternwarte Höfingen Kurse in Zusammenarbeit mit der Hector Kinder- und Jugendakademie Stuttgart statt unter dem Motto “Sterne beobachten und vieles mehr”. In jedem Semester bieten wir seither drei bis fünf Kurse an, in denen hochbegabten Kindern im Alter von 6 bis 8 Jahren Grundzüge der Astronomie und der astronomischen Beobachtung nahegebracht werden. Die Zahl der teilnehmenden Kinder liegt jeweils bei ungefähr fünfzehn, und sie besuchen an die fünfzehn verschiedene Stuttgarter Schulen.

Die Hector Kinder- und Jugendakademie Stuttgart ist eine Stiftung des Kultusministeriums Baden-Württemberg, der Stadt Stuttgart und der Hector-Stiftung (Hans-Werner Hector ist ein Mitbegründer des Software-Konzerns SAP) und fördert mit schulartübergreifenden Angeboten interessierte und begabte Kinder und Jugendliche. Es besteht ein breit gefächertes Angebot von Veranstaltungen zu Geisteswissenschaften, Kunst, Mathematik, Naturwissenschaften und Technik, Sprachen, Musik und Multimedia.

Nähere Informationen finden sich unter www.kinder-und-jugendakademie-stuttgart.de.

Bei den Kursen zeigen wir den Sternhimmel, wie er sich dem bloßen Auge darbietet, und Fernrohrobjekte, vor allem den Mond, die Planeten, Sternhaufen, Nebel und bei Kursen am Tag natürlich die Sonne. Immer wieder erstaunlich ist die Begeisterung, mit der die Kinder sich auf astronomische Themen stürzen und wie viel Sachkenntnis und Detailwissen sie mitbringen (Zitat: “die Sonne besteht nicht aus einem Gas, sondern aus einem Plasma”). Breiten Raum nehmen Diskussionen über spannende Themen wie das Weltalter oder die Eigenschaften solch fremdartiger Gebilde wie z.B. schwarzer Löcher ein, durchaus verbunden mit wohligem Gruseln und Reminiszenzen an Science-Fiction-Filme.