Besondere Konstellationen am Sternhimmel im 3. Quartal 2002

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Besondere Konstellationen am Sternhimmel im 3. Quartal 2002

Sternbilder

Als Sternbilder des Monats Juli wählen wir “LYRA” (Leier) und “HERKULES” aus
  • Lyra Das Sternbild Leier kann man verhältnismäßig leicht am Nachthimmel auffinden und zwar durch seinen hellsten Stern Alpha Lyrae, auch WEGA genannt. Er ist der fünfthellste Stern des gesamten Sternenhimmels. Seine Entfernung von uns ist ca. 26 Lichtjahre (LJ). Seine Masse ist drei mal größer als die unserer Sonne und er strahlt daher ca. 50 mal heller als die Sonne. Im Fernglas liegt im Blickfeld der Wega der berühmte 4-fach Stern Epsilon-Lyrae, allerdings kann man die Gruppe nur als Doppelstern erkennen. Aber schon im kleineren Teleskop kann man die Doppel-Doppelstern-Konstellation erkennen. Ein Blick auf die Sternkarte verrät uns auch, dass der berühmte Ringnebel in der Leier zwischen Beta + Gamma Lyrae aufzufinden ist. Ein Stern der am Ende seines Lebens angekommen ist, in 2000 Lj Entfernung von uns. Man nennt Sterne in dieser Phase Ihrer Existenz auch “Planetarische Nebel”. Wenn man wissen will, wie in ca. 4 Milliarden Jahren Unsere Sonne ihr Ende findet, so kann man es an diesem Objekt anschauen. Allerdings benötigt man dazu ein Teleskop von mind. 10 cm Öffnung.
  • Herkules In diesem Sternbild finden wir M13, den schönsten Kugelsternhaufen des gesamten nördlichen Sternenhimmels und M 92, der kleinere Artgenosse. Er hat ca. die halbe Gesamt-Helligkeit, jedoch das hellere Zentrum. Beide Objekte sind mit dem Fernglas beobachtbar. M92 ist ca. 25 000 Lj entfernt , etwas weiter als M13. Für Amateur-Astronomen, die gern Doppelsterne beobachten, ist Herkules ein gutes Sternbild. Das Sternbild selbst ist nicht so gut zu finden, am besten kann man es lokalisieren, wenn man ca. 30% des Abstandes der Verbindungslinie zwischen Wega und Arktur im Bootes nimmt, das ist dann ziemlich genau die Lage von M13.
Als Sternbild des Monats August wählen wir CYGNUS (Schwan)

Das Kreuz des Südens ist allgemein bekannt, zeigt es doch die Nähe des Südpols an. Es gibt aber auch eine Sternkonstellation, die man Kreuz des Nordens nennen könnte, der korrekte Sternbildname ist jedoch CYGNUS, auch unter dem Namen Schwan bekannt. Der Schwanz des Schwans ist mit dem hellsten Stern des Sternbildes – Alpha Cygni – besser bekannt unter dem Namen DENEB, markiert. Sein Abstand von der Sonne ist ca.2000 Lj. Er ist als Super-Riese klassifiziert und 80 000 mal heller als die Sonne. Würde er an der Stelle des hellsten Sterns am Himmel, dem Sirius, stehen würden wir ihn auf der Erde mit der Helligkeit des Halbmondes wahrnehmen. Stünde er nachts über dem Horizont, gäbe es keine dunklen Nächte mehr auf der Erde. Cygnus ist ein interessantes Sternbild für einen schönen Sommerabend. Bei klarem,dunklen Himmel kann man mit dem Fernglas , unmittelbar neben Deneb den sog. Nordamerikanebel (so genannt wegen seiner Form) als milchigen Fleck sehen. Im Teleskop kann man dann die Form erkennen, die sich über 3 Vollmondbreiten erstreckt. Am Kopf des Schwans,bzw. am Fuss des Kreuzes, steht ALBIREO (Beta Cygni ), der schönste Doppelstern des Himmels. Am Teleskop kann man seine wahre Schönheit bewundern, im Fernglas kann man das Paar auch erkennen. Wega , Deneb und Atair im Sternbild Aquila (Adler) sind drei deutliche Punkte am sommerlichen Sternenhimmel, daher nennt man die Kombination auch das Sommerdreieck.

Als Sternbilder des Monats September wählen wir CASSIOPEIA und CEPHEUS aus
  • CASSIOPEIA ist eines der am einfachsten identifizierbaren Sternbilder am Himmel durch seine W-Form. Die Konstellation liegt in einem deutlichen Milchstrassen Sektor, auf der anderen Seite des Nordpols liegt der sogenannte grosse Wagen . In diesem Sternbild findet man einige Sternhaufen, die sich im Fernglas als milchige Flecken darstellen, sich im Teleskop jedoch in einzelne Sterne auflösen.
  • CEPHEUS der Mann von Cassiopeia, liegt nahe am Nordpol und hat die Form eines Quadrats mit einem schrägen Dach darauf. Die Spitze des Daches markiert der Stern Gamma Cephei, er ist nur ca. 10° vom Nordpol entfernt. Für den Beobachter birgt die Konstellation einige attraktive Doppelsterne, und Veränderliche Sterne, die ihre Helligkeit periodisch verändern.

Planetenlauf

Am 1. Juli geht die Sonne kurz nach 21h36m MESZ unter, kurz danach um 22h, also in der Dämmerung, stehen Mars und Jupiter noch 2° über dem Nordwest – Horizont. Sie sind damit unsichtbar. Venus verbleibt also als einziger sichtbarer Planet noch am Abendhimmel, allerdings auch nur bis 23h MESZ. Dann steht sie noch 5° über den NW-Horizont, und entzieht sich allmählich den Blicken des Beobachters. Am 13 Juli gegen 22h30m,kann man tief am NW-Horizont die Venus bei der zunehmenden Mondsichel entdecken. Am 1. August steht dann die Venus bereits um 22h an der derselben Stelle wie am 1. Juli. Am 5. August um 4h MESZ steht die Sichel des abnehmenden Mondes bei Saturn am morgentlichen Osthimmel, in der Nähe von Aldebaran, dem hellsten Stern des Sternbildes Stier. Am 1. September ist Venus dann um 21h nur noch 2° über dem Westhorizont, also unbeobachtbar. Erst nach Mitternacht, so um 0h30m, erscheint dann Jupiter in Begleitung des zu 30% beleuchteten Mondes am NO-Horizont. Am 2. September taucht jetzt auch am morgendlichen Osthimmel Jupiter auf. Saturn und die Mondsichel stehen um 4h MESZ wieder beieinander. Am 26. September erreicht die Venus ihre größte Helligkeit (-4,6m). Am Ende des Monats geht Jupiter dann am frühen Morgen gegen 1h auf.

Sternschnuppen…

…kann man vom 5. Juli bis 10 August nur wenige am Himmel sehen. Nach der Statistik sind es so etwa 12 Ereignisse pro Stunde beim Maximum am 30. Juli. Um sie zu sehen muss man in Richtung Südost in Horizontnähe schauen. Vom 10. bis 14. August findet das Maximum der sogenannten Perseiden statt, und macht den August zum aktivsten Sternschnuppenmonat des Jahres, bis zu 90 Ereignisse pro Stunde, darunter auch sehr helle Objekte, können beobachtet werden. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen abends 10h bis morgens 4h, also eine schöne Bereicherung für eine laue Sommernacht.

Vollmond

Im Juli: Mittwoch, den 24. um 11h08m MESZIm August: am Donnerstag, den 22. um 0h29m MESZIm September: am Samstag, den 21. um 15h59m MESZ

Tageslauf der Sonne

Datum Sonnenaufgang MESZ Sonnenuntergang MESZ Mittagshöhe der Sonne Dämmerung Ende MESZ 1. Juli 5h15m 21h32m 63,1 ° 23h21m 1. August 5h49m 21h03m 58 ° 22h32m 1. September 6h34m 20h05m 48,3 ° 21h19m

Am 23. September um 6h55m befindet sich die Sonne im Herbstpunkt. Tag und Nacht sind jetzt gleich lang.

Alle Daten für 50°N , 10°O, Zeiten, wenn nicht anders angegeben, in MESZ.

Daten aus Kosmos Himmelsjahr 2002 von H.U. Keller.

Willy Mahl 06/2002

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Letzte Änderung am 04.07.2002 durch astroman

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